Die stabile Wirtschaft Israels bietet günstige Voraussetzungen für die Gründung eines eigenen Unternehmens. Ein Unternehmen in Israel zu gründen, ist relativ unkompliziert. Der Staat erschwert diesen Prozess nicht, sondern unterstützt die Entwicklung privater Unternehmen. Kleine und mittlere Unternehmen bilden die wichtigste Stütze der Staatseinnahmen. Täglich werden hier neue Unternehmen gegründet. Statistiken zeigen, dass die Privatwirtschaft rund 40 % zum BIP des Landes beiträgt. Ein transparentes Unternehmenssystem sowie eine moderate Besteuerung tragen zur günstigen Entwicklung dieses Bereichs bei.

Wie man ein Unternehmen in Israel gründet

Zunächst sollten Sie sich für die Branche entscheiden, in der Sie Ihr Unternehmen aufbauen möchten. Der israelische Staat unterstützt aktiv kleine und mittlere Unternehmen. Es gibt eine Reihe von Bereichen, in denen ein Unternehmen gute Erfolgsaussichten hat:

  • Immobilienvermietung
  • Immobilienverkauf
  • Hotel- und Gastronomiegewerbe
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
  • IT-Startup
  • Medizin
  • Beauty- und Kosmetikdienstleistungen

Unternehmensformen in Israel

Die in Israel am häufigsten verwendete Rechtsform ist die LTD-Gesellschaft. Weitere Rechtsformen sind:

  • Einzelunternehmen
  • Aktiengesellschaft
  • Personengesellschaft
  • Gemeinnützige/öffentliche Organisation
  • Ausländisches Unternehmen

Unternehmensregistrierung

Nachdem Sie sich für einen Geschäftsbereich und ein Konzept entschieden und einen Businessplan erstellt haben, folgt als nächster Schritt die rechtliche Registrierung des Unternehmens. Die rechtliche Anmeldung ist ein verpflichtender Schritt; andernfalls kann es zu rechtlichen Problemen kommen. In Israel wird auf finanzielle Sorgfalt großer Wert gelegt.

Die wichtigsten Schritte für ein erfolgreiches Unternehmen in Israel:

  • Eröffnung eines Bankkontos
  • Einreichung der Unterlagen beim Finanzamt
  • Anmeldung bei der Nationalversicherungsbehörde
  • Bestätigung der Versicherungsbuchhaltung für die Steuer
  • Registrierung

Private LTD-Gesellschaft

Eine LTD, auf Hebräisch Chevra Baam (GmbH-Äquivalent), ist in Israel ein größeres Unternehmen, das mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten und sogar Zugang zum internationalen Markt haben kann. Eine LTD kann mehrere Gründer haben. Wie der Name andeutet, haften die Eigentümer einer LTD nicht für die Schulden des Unternehmens. Das Stammkapital einer Chevra Baam beträgt $2.700.

Vorteile:

  • Einheitliche Einkommensteuer (Mas Akhnasa) — bei hohen Gewinnen ein bedeutender Vorteil;
  • Keine Pflicht zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen an die Bituach Leumi (Nationalversicherungsinstitut);
  • Höheres Ansehen einer LTD gegenüber einem Einzelunternehmen — ein vollwertiges Unternehmen mit Anteilseignern, Geschäftsführern und Mitarbeitern;
  • Beschränkte Haftung — die Chevra Baam ist eine eigenständige juristische Person, im Gegensatz zum Einzelunternehmen, bei dem der Inhaber persönlich haftet;
  • Ein individueller Name kann gewählt und eine Marke eingetragen werden;
  • Transparenz in der Buchhaltung — es wird die doppelte Buchführung angewendet;
  • Gründer und Anteilseigner können ein Gehalt beziehen und Anspruch auf Sozialleistungen haben, anders als Einzelunternehmer.

Nachteile:

  • Hohe Kosten für Buchhaltungsdienstleistungen und Jahresberichte;
  • Hohe jährliche Gebühr an das Handelsregister;
  • Keine freie Verfügung über das Unternehmensvermögen — Entnahmen sind nur über Gehälter, Dividenden oder Investitionen in Vermögenswerte möglich;
  • Bei der Eröffnung eines Bankkontos sind zahlreiche Unterlagen erforderlich.

Aktiengesellschaft

Der wesentliche Vorteil einer Aktiengesellschaft liegt darin, dass die Anteilseigner nicht für die Schulden und Verbindlichkeiten des Unternehmens haften: Droht dem Unternehmen die Insolvenz, müssen die Anteilseigner keine Schulden aus eigenen Mitteln begleichen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit des öffentlichen Aktienhandels als Mittel zur Kapitalbeschaffung. Ein dritter Vorteil ist eine einheitliche Körperschaftsteuer. Der Inhaber einer Aktiengesellschaft kann eine Marke eintragen lassen, was sich deutlich auf das Ansehen des Unternehmens auswirkt.

Zu den Nachteilen einer Aktiengesellschaft zählen hohe Gebühren für Buchhaltungsdienstleistungen und Berichterstattung. Eine jährliche Gebühr ist an das Handelsregister zu entrichten. Über das Guthaben auf dem Unternehmenskonto kann nicht frei verfügt werden, anders als bei Einzelunternehmern.

Ausländisches Unternehmen

Ein ausländisches Unternehmen, das in den israelischen Markt eintreten möchte, kann zwischen zwei Optionen zur Registrierung wählen:

  • Tochterunternehmen (Subsidiary)
  • Repräsentanz (Repräsentanzbüro)

Ein Tochterunternehmen ist eine lokale GmbH, die von einem ausländischen Unternehmen gehalten und betrieben wird. Sämtliche Anteilseigner können ausländische Personen sein, jedoch ist mindestens ein Vertreter aus dem Kreis der in Israel Ansässigen erforderlich; diese Person fungiert gegenüber den Steuerbehörden als Garant. Ein Tochterunternehmen kann von Steuervergünstigungen profitieren, da es als lokales Unternehmen gilt. Ein Tochterunternehmen ist ein eigenständiges Unternehmen und haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Muttergesellschaft.

Eine Repräsentanz in Israel wird von ausländischen Unternehmen eröffnet, die keine Geschäftstätigkeit im Land planen. Diese Unternehmensform eignet sich für Marktforschung und Markenwerbung. Eine Repräsentanz darf weder eigenständig noch im Namen der Muttergesellschaft Verträge abschließen oder Handel betreiben.

MwSt.

Auch das Ausbleiben von Gewinn befreit nicht von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung. Berichte müssen in den festgelegten Abständen erstellt werden. Zu den wichtigsten Steuern zählen:

  • Umsatzsteuer (MwSt.) — Satz 17 %;
  • Körperschaftsteuer — 23 %;
  • Gesundheitssteuer / Krankenversicherungsbeiträge — von 3,5 % bis 17,5 %;
  • Einkommensteuer (persönliche Einkommensteuer) — wird nach einem progressiven Tarif abhängig vom Einkommen erhoben; der Satz liegt zwischen 10 % und 50 %;
  • Dividendensteuer — von 25 % bis 32 %.

Selbstständigkeit (Atzmai)

Wenn Sie Atzmai (selbstständig, teilweise oder vollständig) sind, müssen Sie Steuererklärungen bei der Steuerbehörde einreichen. Zudem müssen Sie eigene Beiträge in die Pensionskasse einzahlen, um im Alter eine angemessene Rente zu erhalten.

Osek Patur

In Israel gibt es zwei Formen der privaten Geschäftstätigkeit — Osek Patur (umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer) und Osek Murshe (umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer). Sie unterscheiden sich nicht nur in der Besteuerung, sondern auch in der Verwaltung und Kontrolle. Merkmale des Osek Patur:

  • Der Jahresumsatz des Unternehmens darf 99.893 Schekel nicht überschreiten;
  • Eine Meldung an die MwSt.-Behörde erfolgt einmal jährlich;
  • Nicht verfügbar für Anwälte, Ärzte, Architekten und einige andere freiberuflich Tätige;
  • Keine Pflicht zur Zahlung der MwSt.

Osek Murshe

Merkmale des Osek Murshe:

  • Sämtliche Handelsgeschäfte unterliegen der MwSt.;
  • Steuern auf Ausgaben zur Geschäftsentwicklung können erstattet werden;
  • Keine Begrenzung des Jahresumsatzes;
  • Jede Person kann sich registrieren.

Unternehmensgründung als ausländischer Staatsbürger

Zu beachten ist, dass ein eigenes Unternehmen in Israel einem Ausländer keine Vorteile im Hinblick auf eine beschleunigte Erlangung der israelischen Staatsbürgerschaft verschafft. Auch hinsichtlich der Einreisebestimmungen kann der Unternehmensinhaber keine besonderen Vorrechte erwarten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass ein Ausländer ein Unternehmen nicht ohne die Beteiligung eines in Israel ansässigen Vertreters registrieren kann. Dieser Vertreter kann eine juristische oder natürliche Person sein und fungiert gegenüber den israelischen Steuerbehörden als Garant für die fristgerechte Abgabe von Erklärungen und die Zahlung von Steuern.